Sicherungsleistungen

Sicherungsaufsicht

Die Sicherungsaufsicht bildet bei Arbeiten an Bahnstrecken die Schnittstelle zwischen der Deutschen Bahn AG, den beteiligten Baufirmen und dem Sicherungspersonal. Zentrale Aufgabe der Sicherungsaufsicht ist es, die Sicherungsmaßnahmen zur Abwendung von Gefahren aus dem Bahnbetrieb zu führen und zu beaufsichtigen. Die Sicherungsaufsicht beachtet bei der Durchführung der Sicherungsmaßnahmen die Sicherungsanweisungen der für den Bahnbetrieb zuständigen Stelle und weist den Unternehmer und ggf. die Sicherungsposten vor Beginn und nach jeder Änderung der Sicherungsmaßnahmen ein. Die Feinplanung der Sicherungsmaßnahmen wie z.B Festlegen der Warnsignale und des Sicherheitsraums, Ausrechnung der Annäherungsstrecke sowie Festlegen der Standorte der Sicherungsposten gehören ebenso zu ihren Aufgaben. Da Arbeiten, Umgebungseinflüsse und Sicherungsmaßnahmen ständig aufeinander abgestimmt sein müssen, kontrolliert die Sicherungsaufsicht die Sicherungsmaßnahmen auch zwischenzeitlich hinsichtlich des Arbeitsablaufes und lässt ggf. in Zusammenarbeit mit der Sicherungsüberwachung die Sicherungsmaßnahmen anpassen. Die Sicherungsaufsicht ist berechtigt, eine Sperrung von Gleisen ausschließlich zum Schutz von Beschäftigten aus Gründen der Unfallverhütung zu beantragen.

Sicherungs-, Absperr- und Überwachungsposten

Der Sicherungsposten warnt mit Hilfe von Signalmitteln die Arbeitskräfte rechtzeitig vor näherkommenden Schienenfahrzeugen und achtet darauf, dass alle Warnsignale befolgt werden. Er sorgt in den Fällen, in denen sich eine Fahrt nähert und der Gleisbereich verlassen werden muss, die Warnsignale von Versicherten nicht befolgt werden, die Fahrt am Beginn der Annäherungsstrecke nicht erkannt werden kann oder die Sicht- und/oder Hörverbindung zwischen den Sicherungsposten bzw. zu den Versicherten nicht mehr gewährleistet ist, für das Verlassen des Gleisbereichs durch die Versicherten.

Absperrposten werden eingesetzt, um die Versicherten am Betreten eines Gleisbereichs zu hindern. Die Anzahl der Versicherten, die einem Absperrposten zugeordnet werden können, hängt z. B. von den örtlichen Verhältnissen und der Art der Arbeiten ab.

Der Überwachungsposten überwacht das Verhalten der Beschäftigten beim Einsatz von ATWS:

  1. im nicht gesperrten Arbeitsgleis,

  2. bei zusätzlichem Einsatz von mobilen Funkwarnsystemen

  3. oder von Seitenläufern bei einer Großbaumaschine. Beim Einsatz von Großbaumaschinen ist der Überwachungsposten durch eine am Mann getragene Funkkomponente in der Lage, bei anstehender Erinnerung der feldseitigen ATWS eine manuelle Nachwarnung auf der Maschinenwarnanlage auszulösen.


Feste Absperrung

Die Feste Absperrung (FA) ist eine räumlich trennende kollektiv wirkende Schutzeinrichtung, die zwischen gesperrtem Arbeitsgleis und Nachbargleis oder zwischen Arbeitsbereich und benachbartem Betriebsgleis montiert wird. Sie schützt die Beschäftigten bei Arbeiten im Gleisbereich vor unbeabsichtigtem Hineingeraten in den Gleisbereich des Nachbargleises bzw. des Betriebsgleises neben dem Arbeitsbereich. Bei der Entscheidung und bei der Einsatzplanung für eine FA als Sicherungsmaßnahme müssen das Arbeitsverfahren, der Bauablauf, die Risikobewertung, die Anforderungen des Bahnbetriebs und die örtlichen Bedingungen berücksichtigt werden.

Die wirksame Höhe der FA muss mindestens 0,9 m über der Standfläche des Arbeitsbereichs betragen. FA müssen grundsätzlich durch die DB Netze Fahrweg bahntechnisch freigegeben sein. Neben klassischer FA mit Schienenfußhalterung wie UPZ III, ist die Pfeil Sicherung in Besitz von FA mit dem Magnetfuß (RSS Spoormagnet). Um die wirksame Höhe von 90cm über Standfläche auch im Bögen zu gewährleisten, besitzen wir Überhöhungsausgleichsmodule für das System UPZ III.

ATWS Automatic Track Warning Systems (Automatische Warnsysteme)

Wenn eine Gleissperrung oder eine FA nicht eingesetzt werden können, ist ein automatisches Warnsystem die dem Stand der Technik entsprechende Maßnahme, deren funkbasierte Ausführung wegen des niedrigen Montageaufwands auch bei Arbeitsstellen geringen Umfangs im sicherheitstechnischen Sinn gerechtfertigt sein kann. Kollektiv wirkende sich selbst überwachende automatische Warnsysteme („fail-safe-Funktion“) mit akustischen Signalgebern und optischen Erinnerungsanzeigen können zur Warnung vor Fahrten im Arbeitsgleis oder im Nachbargleis, dann z. B. in Kombination mit der Sperrung des Arbeitsgleises, oder für Arbeitsbereiche neben Gleisanlagen eingesetzt werden.

Je nach Anforderungen und Anwendungsbereichen stellen wir Ihnen kabelgebundene Anlagen und auch funkbasierte Systeme zur Verfügung. Alle Varianten arbeiten dabei grundlegend nach dem gleichen Prinzip: die Erfassung von Fahrten erfolgt am Beginn der Annäherungsstrecke über Schienenkontakte oder manuell über Funksender, welche durch Kabel oder Funk mit der Zentrale verbunden sind. Diese Zugankündigungen werden in den Zentralen ausgewertet und automatisch an den Warngeräten akustisch und optisch ausgegeben. Damit werden alle Arbeitskräfte sicher und zuverlässig vor anstehenden Fahrten gewarnt.  Hier können die von der DB zugelassenen Warnsysteme der Firmen Zöllner (Produktfamilie Autoprowa) bzw. Schweizer Electronic (Produktfamilie Minimel) eingesetzt werden. Unser gut ausgebildetes Personal ist berechtigt für beide genannte Systeme die Planung, Planprüfung, Montage sowie technische Funktionsabnahme durchzuführen..

Sicherungsposten (BoStrab)

Zur Sicherung von Gleisbaustellen auf den Bahnen, die der VDV NE angebunden sind.
Der Sicherungsposten (BoStrab) dient ausschließlich der Sicherung gegen die Gefahren, welche durch den Straßenbahnbetrieb entstehen. Straßenbahnen sind Bahnen, die in den Geltungsbereich der Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (BOStrab) fallen.